A+L-Seminarprogramm-2025 web - Flipbook - Seite 53
Arbeits- und Gesundheitsschutz
Neues
Angebot!
Seminardaten
05.02. – 07.02.2025
Beginn: 10.00 Uhr
Geldern, Hotel See Park
25-BR00058
999,00 EUR (0 % MwSt.) zzgl. 216,00 EUR
Übernachtung (inkl. 7 % MwSt.) und
454,00 EUR Tagungsstättenpauschale
(inkl. 7 % MwSt.), bei Bedarf zzgl.
108,00 EUR Voranreise (inkl. 7 % MwSt.)
nach Verfügbarkeit
Gemäß § 37 Abs. 6 BetrVG,
§ 179 Abs. 4 SGB IX,
§ 42 Abs. 5 LPVG NRW und
§ 54 Abs. 1 BPersVG
Überlastung wegatmen? – BGM-Ansätze auf
dem Prüfstand
Im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) finden zunehmend arbeitgebergetriebene Ansätze Anwendung, die in erster Linie an die Aktivierung individueller Ressourcen der Beschäftigten appellieren. Daraus ergibt sich, dass Belastungen, die aus
den Rahmenbedingungen der Arbeit resultieren, wenig oder keine Beachtung mehr
finden. Stattdessen sollen Beschäftigte anhand von Achtsamkeitstrainings und Meditation, wie sie im Resilienz-Ansatz zum Einsatz kommen, lernen, mit neuen Anforderungen und Widrigkeiten in der Arbeitswelt zurechtzukommen. Wer den
Anforderungen aus der Arbeitswelt nicht standhält, hat es versäumt, an seiner Resilienz zu arbeiten, so die dahinterstehende Logik eines auf Verhaltensprävention setzenden BGM.
Für Betriebliche Interessenvertretungen ist es wichtig, die Motivation von Maßnahmen zu hinterfragen und den Fokus dadurch wieder auf die Veränderung der Verhältnisse zu legen, statt die Veränderung des individuellen Verhaltens von Beschäftigten
in den Mittelpunkt zu stellen.
In letzter Konsequenz scheinen sich angesichts eines Angebotsarbeitsmarktes in vielen Branchen eine Reihe von, vor allem jungen, Beschäftigten vom Leitbild des workaholics zu verabschieden. Um den Arbeitsbelastungen standzuhalten, reduzieren
nicht wenige von ihnen ihre Arbeitszeit oder verlassen gar den Beruf. Diese individuellen Strategien im Umgang mit Arbeitsbelastungen sind eine Facette der Selbstsorge
– bevor man arbeitsbedingt krank wird, zieht man die Notbremse. Der Übergang zu
dem Phänomen der stillen Kündigung ist keineswegs trennscharf. Eine stille Kündigung zielt auf eine Einstellung und Arbeitspraxis, die zunehmend darauf ausgerichtet
ist, nicht mehr zu arbeiten als verlangt wird oder vertraglich vereinbart ist.
Diskutiert werden soll u.a., was eine stille Kündigung bringt und bringen kann und wie
sich dieses Phänomen zum kollektiven oder auch solidarischen Handeln verhält.
Seminarinhalte
❱ Verhaltens- vs. Verhältnisprävention
❱ Ansätze im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM)
❱ Sinnvoller Einsatz von Resilienz
❱ Selbstsorge als Schutzmechanismus
❱ Stille Kündigung
Referent*in
Prof. Dr. Karina Becker, Professorin Fachbereich Soziale Arbeit Duale Hochschule
Gera-Eisenach
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